Hummelhof - Friedrich-Althoff-Schule

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Hummelhof

Archiv > 2013/14

R e i t e n   a u  f    d e m   H u m m e l h o f

Ponypatenschaften auf dem Hummelhof in Voerde
Pädagogisch angeleitetes Arbeiten und Reiten
Im Winter 2013 startete das Projekt „Hummelhof“ erstmalig für eine Gruppe von fünf Schülern der Sekundarschule in Dinslaken. Mitarbeiter der Schulsozialarbeit, welche für den deutschen Kinderschutzbund tätig sind übernahmen die Projektplanung, die Beantragung von Fördermitteln aus dem Verfügungsfonds des Projekts Blumenviertel und die Durchführung des Pilotprojektes. Als Projektpartner stellte sich Andrea Rothmann, die Inhaberin der Ponyfarm Hummelhof, bereitwillig zur Verfügung und unterstützte die Sozialarbeiter in kooperativer und engagierter Weise bei der Umsetzung. Die Gruppe der Schüler verbrachte im Anschluss an den Unterricht einmal wöchentlich für rund zwei Stunden Zeit auf der Ponyfarm, über einen Gesamtzeitraum von sechs Monaten. Auch im aktuellen Schuljahr sollen die Kinder und Jugendlichen nun wieder die Möglichkeit haben, an diesem besonderen Projekt teilzunehmen. Die Stadt Dinslaken hat hierzu weitere finanzielle Mittel bereit gestellt.
Im Zuge der Inklusion werden zunehmend innovative Maßnahmen gefordert, welche die Mitarbeiter des deutschen Kinderschutzbundes unter anderem in diesem Projekt realisieren. Die Grundidee hierbei ist, eine bewusste Brücke zwischen Sozialisation und Verhalten der Ponys und dem Verhalten der Kinder zu schaffen. Der Hummelhof ist nämlich kein gewöhnlicher „Reitstall“, sondern definiert sich eher als artgerechte Erholungs- und Wiedereingliederungsstätte für Ponys, welche aus einer schlechten Haltung stammen und die ein oder andere Verhaltensauffälligkeit zeigen. Dieser Hintergrund bietet bereits pädagogischen Nährboden und führte im letzten Halbjahr zu schnell aufgebauten Identifikationen und Bindungen. So wurden überwiegend Kinder mit Förderbedarf im emotionalen und sozialen Bereich für das Projekt ausgewählt aber auch Kinder ohne Auffälligkeiten, um den Gedanken der Inklusion von Gleichbehandlung und Gleichberechtigung zu verfolgen.


Bei der Arbeit auf dem Hummelhof haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit über die Tiere eine direkte Rückmeldung auf ihr Verhalten zu erlangen, wobei die Tiere von Natur aus nicht bewerten. Sie reagieren entsprechend ihren Bedürfnissen, Instinkten und Gewohnheiten verlässlich bis vorhersehbar, sofern der Mensch sich an ihre Regeln hält. Die Förderung von Sozialfähigkeiten wie Teambereitschaft, Kooperationswillen und – Fähigkeit erfolgt hierbei verdeckt und bietet so den Vorteil eventuelle Widerstände seitens der Klientel zu umgehen. Die Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung, Selbstreflexion und Empathie Bereitschaft wird gestärkt, bzw. aufgebaut, persönliche Ressourcen werden erkannt und/ oder erweitert.
Eigene Probleme stehen bei der Arbeit mit dem Tier und seiner Umgebung nicht mehr im Vordergrund und werden stattdessen hinter die Bedürfnisse des Tieres gestellt. So übernimmt der Schüler automatisch Verantwortung durch den Umgang mit dem Tier, was einen wichtigen Schritt in der Persönlichkeitsentwicklung darstellt und ein Gefühl des „gebraucht-werdens“ und „fähig-seins“ nach sich zieht. Darüber hinaus befriedigen Tiere grundlegende emotionale Bedürfnisse, wie das Gefühl von Nähe, Zuwendung und Angenommen sein. Durch Ponypatenschaften sollen die Kinder und Jugendlichen positiv verpflichtet werden und hierdurch die Übernahme von Verantwortung erlernen. Gleichzeitig werden die Kompetenzen Ausdauer, reflexives Beobachten und Zielstrebigkeit gefördert.

In diesem Halbjahr können die Kinder und Jugendlichen der Stufen sechs und sieben sich für eine Teilnahme an dem Projekt bewerben. Die Form darf dabei frei gewählt werden und zeigt auf warum der jeweilige Schüler meint, dass er einen Platz in der Gruppe bekommen sollte. Um mehreren Schülern die Teilnahme zu ermöglichen wird die Gruppe auf diese Weise nach drei Monaten neu zusammengestellt.


 
13.07.2017
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